Im Osten geht die Sonne auf !


Geschichte und Natur live  erleben an der deutsch-polnischen Grenze mit Hilfe 

des Geschichts und Kulturvereins 

Kietz-Bahnhof-Dworzec Chyza
 

aus dem schönen Küstrin-Kietz!

 

Bahnhofsprojekt Küstrin-Kietz-Ein Projekt für die Zukunft!

 

 

 






Foto: Uwe Bräuning

Warum ausgerechnet der Bahnhof Küstrin-Kietz? Was in aller Welt, reizt euch an diesem eher unscheinbaren Platz? Hier wollt ihr Touristen herlocken? 

Solche oder ähnliche Fragen mussten und müssen die Mitglieder unseres Vereins des Öfteren beantworten. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Weil dieser Bahnhof nicht nur ein Bahnhof wie viele andere an dieser Strecke ist. 

Nein, der Anfang der 1950er Jahre auf den Trümmern eines Vorgängerbaus errichtete Bahnhof ist vielmehr: 

Einstiger Arbeitsplatz für über zweihundert, zumeist in Küstrin-Kietz und Umgebung lebender Menschen. Über diesen Bahnhof lief bis 1990 ein großer Teil des Waren und -Militärverkehrs aus und in die Sowjetunion sowie den anderen " sozialistischen Bruderstaaten".  

 

 

 

 













 

 

 

Artikel aus dem "Neuen Tag" aus dem Jahr 1953

Bildquelle: Kreisarchiv Märkisch-Oderland

Diesen Umstand " verdankte" der Bahnhof aber auch seinen Status als bedeutender Schauplatz

des " Kalten Krieges". Tummelten sich doch hier von Beginn an, verschiedene, untereinander

konkurierende Geheimdienste. Die einen wollten Geheimnisse erfahren, die anderen wollten Geheimnisse bewahren. Mittendrin, auf beiden Seiten, standen immer wieder auch auf diesem Bahnhof tätige Eisenbahner. Hier spielten sich Spionagegeschichten ab, wie sie sich selbst ein Ian Flemming,

der " Vater" des James Bond, nicht eindrucksvoller hätte erfinden können.

Mit dem einen Unterschied-diese Geschichten entsprechen der Wahrheit! Hier waren keine "Supermänner", sondern ganz normale Familienväter im Einsatz. Die ihren Einsatz nicht selten mit vielen Jahren Zuchthaus bezahlten. 

Wie der Eisenbahner Wilhelm Spickermann, dessen Schicksal bis heute nicht vollständig aufgeklärt werden konnte.

Dennoch ist der ehemalige Grenzbahnhof den meisten früher hier tätigen Beschäftigten in erster Linie als ein ganz normaler Arbeitsplatz in Erinnerung geblieben. Ort vieler schöner, aber auch weniger schöner Begebenheiten. 




 Lehrlinge mit ihrem Ausbilder Heinz Pade (rechts im Bild) auf dem Bahnhof Kietz.

 Bildquelle: Helmut Spickermann

 

 

Bildquelle: Kreisarchiv MOL / Neuer Tag











Bildquelle: Kreisarchiv MOL / Neuer Tag











Bildquelle: Kreisarchiv MOL / Neuer Tag






 

 Bildquelle: Kreisarchiv MOL / Neuer Tag

 

Um es einmal auf den Punkt zu bringen: Der frühere Grenzbahnhof Küstrin -Kietz besitzt sowohl im Ort selbst, als auch in der Region, eine enorme Symbolkraft. Verschwindet der Bahnhof, dann verschwindet gleichzeitig ein großes Stück Identität der hier lebenden Menschen. Nach der gefühlt endlosen Serie von nicht eingehaltenen Versprechungen seitens der Politik, den sich daraus ergebenen Enttäuschungen und der sich ausbreitenden Hoffnungslosigkeit, ein weiteres fatales Signal für die Zukunft.

Grund genug, dagegen endlich etwas zu tun. Diesen verhängnisvollen Trend endlich umzukehren. Was bietet sich für solch ein ambitioniertes, symbolhaftes Vorhaben besser an, als ein geschichtsträchtiger Ort mit besonderer Symbolik? Wie den ehemaligen Grenzbahnhof Küstrin-Kietz.

Die Ziele unseres Vereins liegen nicht allein in der Erhaltung des Empfangsgebäudes. In den kommenden Jahren sollen in den Räumlichkeiten unter anderem entstehen

 

- eine Ferienwohnung

- Dauerausstellung zur Geschichte des Grenzbahnhofs und der Nachkriegsgeschichte des Ortes  

- ein Fahrradverleih

- eine Touristik-Information

- ein Erzähl-Cafe

- ein kleiner  Laden

Angedacht ist weiterhin, den Bahnhof für polnisch-deutsche Tandem-Sprachkurse und für Jugendbegegnungen zur Verfügung zu stellen. Unserem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Wir wollen den Menschen zeigen, dass es sich lohnt, das Schicksal des Ortes in die eigene Hand zu nehmen. Dafür zu sorgen, das Küstrin-Kietz wieder eine Zukunft hat.

Bis diese in die Tat umgesetzt werden können, liegt noch ein weiter, steiniger Weg vor den Mitgliedern unseres Vereins. Dieser ist mit vielen " Wenn und aber gepflastert". Nicht zuletzt hängt vieles von der Gewährung dringend notwendiger Fördermittel ab. Eines können wir jetzt schon versprechen- so leicht lassen wir uns nicht entmutigen. Denn am Ende des Weges wartet ein Ziel, dass jeden Kampf wert ist! Wir würden uns freuen, so viele Mitstreiter wie nur möglich zu finden.









                                                                                                                                                                                                Foto : Uwe Bräuning 

Die im Rahmen einer im September 2016 im Auftrag der Gemeinde Küstriner Vorland durchgeführten Ausstellung entstandenen Fotos zeigen das ungebrochene Interesse innerhalb der Bevölkerung an der Geschichte ihres Grenzbahnhofs.